Geschichten, die Kinder fragen lassen

LUCAN ist das Pseudonym eines deutschen Autors und Vaters von fünf Kindern. Viele Jahre gemeinsamen Lesens und Vorlesens haben seinen Blick darauf geprägt, wie unmittelbar Kinder über das Leben, die Natur, Angst, Vertrauen und das Universum nachdenken.

Mit „Mittendrin im Universum“ veröffentlicht er eine Kinderbuchreihe über Verbundenheit, Resonanz und Vertrauen. Die Geschichten sollen Kinder nicht belehren. Sie laden zum Beobachten, Entdecken und Weiterdenken ein – und manchmal zu einem Gespräch, das erst nach dem Zuklappen beginnt.

Im Gespräch mit LUCAN

Warum schreiben Sie Kinderbücher?

Ich habe fünf Kinder, und wir haben über die Jahre unglaublich viel zusammen gelesen – abends auf dem Sofa und manchmal auch dann, wenn eigentlich längst Schlafenszeit war.

Dabei ist mir aufgefallen, dass Kinder Geschichten nicht einfach konsumieren. Sie bleiben an einer Stelle hängen, fragen nach, widersprechen und kommen manchmal auf Gedanken, auf die ich als Erwachsener nie gekommen wäre. Irgendwann wollte ich Geschichten schreiben, die genau dafür Platz lassen.

Müssen Erwachsene auf jede Kinderfrage eine Antwort haben?

Nein. Manche Dinge lassen sich erklären, aber auf andere Fragen finden Menschen ganz unterschiedliche Antworten. Dann darf man auch sagen: „Das weiß ich nicht genau. Was glaubst du denn?“

Gemeinsam über eine Frage nachzudenken ist manchmal wertvoller als eine schnelle fertige Antwort.

Wie entstand der Titel „Mittendrin im Universum“?

Das Universum beginnt für mich nicht erst weit draußen bei den Sternen und Planeten. Wir sind mittendrin. Ein Baum, ein Fluss, eine Schwingung, unsere Beziehungen und das, was wir erleben, gehören zu derselben Welt.

Deshalb beginnen die Geschichten ganz bodenständig: bei der Oma im Garten, bei einem kleinen Experiment oder in einem Waldcamp. Aus etwas Alltäglichem entsteht dann eine größere Frage.

Weshalb stehen die ersten drei Bücher für Verbundenheit, Resonanz und Vertrauen?

Alle drei Themen beschäftigen sich damit, wie wir uns selbst und unsere Umwelt wahrnehmen.

Verbundenheit zeigt, dass vieles nicht für sich allein steht. Resonanz können Kinder ganz konkret erleben: Etwas schwingt, etwas klingt und etwas antwortet. Vertrauen wiederum kennt jedes Kind – denn manchmal muss man einen Schritt wagen, obwohl man noch nicht weiß, wie etwas ausgehen wird.

Was wünschen Sie sich für das gemeinsame Lesen?

Zuallererst wünsche ich mir, dass Kinder und Erwachsene zusammen eine schöne Zeit mit der Geschichte haben. Ein Kinderbuch darf nicht nur existieren, um eine Botschaft zu transportieren.

Wenn ein Kind danach sagt: „Warte mal – warum ist das eigentlich so?“ oder „Was glaubst du denn?“, dann passiert genau das, was mir am meisten bedeutet. Dann hört die Geschichte nicht mit der letzten Seite auf.

Über die Kinderbuchreihe

„Mittendrin im Universum“ umfasst zum Start drei eigenständige Geschichten:

  • Der Baum, der den Himmel trank – Verbundenheit
  • Das Weltraum-Ohr – Resonanz
  • Wo der Fluss den Himmel spiegelt – Vertrauen

Die Bücher richten sich an Kinder ab etwa sechs Jahren zum Vorlesen und an ältere Grundschulkinder zum Selbstlesen. Jeder Band erzählt eine abgeschlossene Geschichte und kann unabhängig von den anderen gelesen werden.

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